"Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport. Wenn ein Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit."

George Bernard Shaw

Bärenjagd

Quelle: Spiegel

Ausgabe: Nr. 43/2001

Titel: Deutsche Bärentöter

Autor: unbekannt

Der Kopf des grimmen Grizzlybären ist eine Trophäe, der auch deutsche Jäger gern nachstellen. In Kanada sind sie, gleich nach den Amerikanern, die eifrigsten Bärentöter. Rund 10 000 Dollar kostet die Pauschalreise, ein Abschuss inklusive. In der kanadischen Provinz British Columbia, einem der wichtigsten Rückzugsgebiete des Bären außerhalb von Alaska, ist die Jagdsaison gerade wieder eröffnet worden - gegen erbitterte Proteste von Fachleuten und Tierschützern. Der Grizzly gehört zu den stark bedrohten Arten, und niemand weiß, wie viele Tiere noch durch die Wälder trotten. Mindestens 11000, behauptet neuerdings die Provinzregierung. Zuvor war sie noch, wie die meisten Experten, von höchstens der halben Kopfzahl ausgegangen. Zudem hat ein Biologe aus dem kanadischen Umweltministerium anhand offizieller Zahlen ausgerechnet: Selbst wenn die wundersame Verdoppelung den Tatsachen entspräche, wäre die jährliche Jagdquote von 350 viel zu hoch - denn hinzu kommen natürliche Verluste und Wilderei. Noch im Februar hatte die Provinz ein dreijähriges Jagdverbot erlassen bis zur Aufklärung der Lage. Die neu gewählte Regierung hob das Moratorium jedoch im Juli gleich wieder auf. In der EU ist der Import lebender oder toter Grizzlybären untersagt. Ausnahme: private Trophäen. Die Münchner Tierschutz-Organisation Pro Wildlife fordert nun die Bundesregierung auf, angesichts der Wirrnis in Kanada die Einfuhr von Grizzlytrophäen gänzlich zu verbieten.

Zum Weiterlesen: www.prowildlife.de/Projekte/Trophaenjagd/GrizzlyInfos.html

 

Endlich! Verbot für Legebatterien!

Quelle: www.tierrechte.de (ungekürzt)

Datum: 19. Oktober 2001

Titel: Überraschende Entscheidung im Bundesrat: Für Hennen öffnen sich die Käfige, Verbot bereits ab 2007

Autor: unbekannt

Als »historisches Datum im Sinne eines Sieges für den Tierschutz« bezeichnet der »Bundesverband der Tierversuchsgegner - Menschen für Tierrechte e.V.« den 19. Oktober 2001. Denn: mehrheitlich haben heute nach monatelangem zähen Ringen der Bundesländer die Mitglieder des Bundesrates der von Bundesministerin Renate Künast entworfenen und geringfügig veränderten Legehennenverordnung zugestimmt. Somit ist der Ausstieg aus der Käfighaltung besiegelt und das Verbot für herkömmliche bestehende Käfigbatterien ab 2007 und für so genannte ausgestaltete Käfige ab 2012 festgelegt. Erlaubt sind dann nur noch tiergerechtere Boden-, Volieren- und Freilandhaltung.

»Wir sind völlig überwältigt von diesem Ergebnis, da sich im Vorfeld abzeichnete, dass viele Bundesländer höchstens einem Kompromiss zustimmen würden, der unter anderem längere Ausstiegsfristen vorsah und dadurch weiteren 100 Millionen Hennen lebenslanges Leiden gebracht hätte. Deutschland setzt mit dem AUS jeglicher Käfighaltung endlich neue Maßstäbe und zeigt Vorbildcharakter für ganz Europa«, kommentiert der Verbandsvorsitzende Dr. jur. Eisenhart von Loeper den heutigen Entscheidungstag, dem ein jahrzehntelanger Kampf der Tierrechtsbewegung vorausgegangen war. Ein wenig getrübt wird die Freude allerdings durch die zugleich geschaffene Möglichkeit, zukünftig veränderte Käfige über den Weg von »Erprobungsanlagen« einzuführen. Der Verband setzt jedoch auf einen erfolgreichen Umstieg, der den Rückschritt, dauerhaft wieder Käfige zuzulassen, überflüssig mache. Der Erfolg der Verordnung hänge allerdings entscheidend von nun festzulegenden flankierenden Maßnahmen der Bundesregierung ab, wie z.B. einer klaren Kennzeichnungspflicht aller in den Handel kommenden Eier oder Investitionsförderprogrammen für die alternativen Haltungsformen. Darüber hinaus ließe sich der Tierschutz schneller umsetzen, wenn die Verbraucher jetzt bereits mitziehen und die Finger von Käfigeiern lassen.

Mit der heutigen Entscheidung des Bundesrates gegen die tierquälerischen Käfigbatterien beginnt nach Ansicht des Bundesverbandes der Tierversuchsgegner - Menschen für Tierrechte e.V.« eine neue Ära im Umgang mit den Nutztieren. Bundesministerin Künast sei eine maßgebliche Initiatorin dieser langen fälligen Agrarwende. Jetzt stünden die nicht weniger quälerischen Haltungen von Schweinen, Puten, Mastkaninchen oder auch Pelztieren auf dem Prüfstand.

 

Gorillas gegen Handys

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger (ungekürzt)

Datum: 27. Juni 2001

Titel: Handy-Boom bedroht Gorillas

Autor: ap

London/ München - Der explosionsartige Absatz von Mobiltelefonen bedroht das Überleben seltener Gorillas im afrikanischen Urwald. Nach einem Bericht des Diane Fossey Gorilla Fund in London hat die Suche nach dem für die Herstellung von Handys und Computern benötigten seltenen Mineral Columbit-Tantalit verheerende Folgen für die Gorillas, Schimpansen und andere vom Aussterben bedrohte Tiere. Die Zahl der Grauer-Gorillas (Östlicher Flachlandgorilla) im Kahuzi-Biega-Nationalpark sei innerhalb von zehn Jahren von 8000 auf vermutlich weniger als 1000 gesunken. Schuld daran sei vor allem die Suche nach Columbit-Tantalit (kurz: Coltan) in dem Park.

Zum Weiterlesen: www.gorillafund.org

 

Tiere leiden für den Luxus der Menschen

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger (ungekürzt)

Datum: 2. März 2001

Titel: PELZ SOLL WIEDER EIN MUSS WERDEN

Autor: Heinrich Halbig

Die Damenwelt entdeckt die neue Weiblichkeit. Nichts unterstreicht diese Erkenntnis aus Sicht der Pelzwirtschaft mehr als die farbiger, spielerischer und erotischer gewordener Bekleidung, gleich ob ganz aus Pelz oder nur als Besatz. Ein Muss, so der Pelz-Experte Peter Funke, seien schwarz-weiß eingefärbte Pelze in Karo- oder Streifenmuster. Die gestern in Frankfurt begonnene 53. Pelzmesse "Fur & Fashion" (1.3.2001 bis 4.3.2001) will denn auch dieser neuen Lust nach Luxus und der sich wieder verstärkenden Begeisterung für das Material Pelz ein großes Fenster geben. Insgesamt 220 Aussteller aus 30 Ländern wollen die Zukunftfähugkeit ihrer Branche demonstrieren. Dabei ist die Pelzwirtschaft in Deutschland, gemessen an der Oberbekleidungsbranche, eine verhältnismäßig kleine Sparte. Dennoch kommt dem Pelz nach einer längeren Phase der Stagnation, hervorgerufen auch durch Aktionen aggressiver Tierschützer, wieder eine größere Bedeutung zu. Der Exportanteil der deutschen Unternehmen liegt zwischen 35 und 45 Prozent. Angesichts der zu erwartenden positiven Marktentwicklung rechnet die Pelzindustrie mit steigenden Rohwarenpreisen, vor allem bei Füchsen und Langhaarfellen, aber auch bei etlichen Lammfellen und beim Persianer.

Kommentar von Michael von Aichberger:

Ok, es gibt Leute, die leben von der Tierquälerei, wie andere davon leben, die Luft zu verpesten oder ihre Mitbürger zu belügen.

Selten aber konnte ich einer Meldung so wenig Verständnis entgegenbringen, wie dieser. "Ein Muß" sind also schwarz-weiß-eingefärbte Pelze in Karo- oder Streifenmuster. Da frage ich mich: Gibt es denn noch genügend dumme Frauen, die das auch so sehen? Selbst Ober-Machos müssen doch so langsam erkennen, dass Frauen mehr sind als Kleiderständer für "erotische" Bekleidung, dass sie denken können. Ich bin zuversichtlich, dass die meisten Frauen mit Tierschützern eher sympathisieren, als dass sie das Zurschautragen von Tierskalps als "neue Weiblichkeit" empfinden.

Was ich an Frauen erotisch fände? Ein schwarz-weiß-kariertes Tanga-Höschen, gefertigt aus der Kopfhaut von Peter Funke. Cool!

Zum Weiterlesen: "Marter für die Mode"
http://www.tierrechte.de/akut/akut02.shtml

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