Rußlands Atommüll

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger (ungekürzt)

Datum: 7. Juni 2001

Titel: Parlament billigt Gesetz: 20 000 Tonnen Atommüll nach Russland?

Autor: unbekannt

Die Duma, die untere Kammer des russischen Parlaments, hat in letzter Lesung mit klarer Mehrheit drei Gesetze angenommen, die den Import von Atommüll möglich machen sollen. Das Atomministerium gibt für die Einfuhr von 20.000 Tonnen Atommüll von fast 50 Milliarden Mark an. Die Duma stimmte trotz breiter Opposition für die Gesetztesänderungen. Mehr als neun Zehntel der Befragten sagten einem Meinungsforschungsinstitut im November 2000, sie seien grundsätzlich gegen den Atomimport. Auch neun Angehörige der russischen Akademie der Wissenschaften forderten Präsident Wladimir Putin auf, das Gesetz zu verhindern. Umweltschützer wie Greenpeace wollen nun die Mitglieder des Förderationsrates, der oberen Parlamentskammer, überzeugen, das Gesetz zu stoppen. Einige einflussreiche Gouverneure sprachen sich bereits gegen die Atommülleinfuhr aus.

 

Nordamerikas Industriemüll

Quelle: COLORS Nr. 40,

Datum: Oktober/November 2000

Titel: Mexico

Autor: unbekannt

Anstatt ihren Industriemüll in ein anderes Land zu verfrachten, haben einige US-Großkonzerne einfach ihre Fabriken verlegt. Um die freizügigen Umweltgesetzte und die billigen Arbeitskräfte in Mexiko auszunutzen, haben sie an die 2000 "maquiladoras" oder Fabriken entlang der US-mexikanischen Grenze gebaut. Jede Woche finden Tausende junger Frauen dort Arbeit. Sie ziehen in die Hüttensiedlungen in der Nähe der Fabriken, ohne frisches trinkwasser, Abwasserystem oder Müllentsorgungsmöglichkeit.

Illegale Abfallentsorgung und Industriemüll haben das Grundwasser in hohem Maße mit Sulfaten und Arsen verseucht: Hautkrankheiten, Hepatitis A, Ruhr und Asthma sind weit verbreitet. Die Firmen verlangen Schwangerschaftstest vor jeder Einstellung und Arbeiterinnen, die danach schwanger werden, drohen ernste Probleme. Geburtsschäden wie Anenzephalie (große Teile des Gehirns fehlen) und Enzephalitis (zuviel Gehirnflüssigkeit verursacht Schwellungen) kommen häufig vor.

Obwohl diese Schäden an der US-mexikanischen Grenze mit fünfmal höherer Häufigkeit auftreten als in den gesamten USA, bestehen die Konzerne darauf, daß an den Umweltbedingungen um die Maquiladoras nichts auszusetzen sei.

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